Sportklettern ist nicht der Extremsport für Risiko-Verrückte, wie es gerne in TV und Film dargestellt wird. Klettern ist mit deutschlandweit 300.000 aktiven Sportlern aller Altersklassen inzwischen ein Breitensport und in Bayern bereits anerkannte Leitsportart. Mit 57 Prozent Frauenquote ist Sportklettern geschlechterneutral und ab 2012 vielleicht sogar olympisch.
Die Kombination von psychischer Herausforderung und sportlicher Betätigung fasziniert immer mehr Menschen. Nicht nur Athleten überwinden dabei Ängste, stellen sich Herausforderungen und trainieren Kraft und Beweglichkeit. Auch Kinder und Jugendliche, die nach Herausforderungen suchen, können hier im Rahmen von Schule oder Freizeit ihre Kräfte messen und im Bereich der Gewaltprävention ihre Grenzen ausloten. Sie lernen dabei zugleich Gruppenzusammenhalt und Vertrauen.
Teams und Kollegien können an der Kletterwand ebenfalls ihren Zusammenhalt schulen, der belastete Rücken von Büropersonal kann durch den Klettersport gestärkt und mentale Balance wieder hergestellt werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig und gehen weit über den eigentlichen Sport hinaus.
Klettern kann mit drei grundsätzlichen Sicherungsformen praktiziert werden: Toprope, Vorstieg und Bouldern.
Die Toprope-Sicherung (von engl. top - oben, rope - das Seil) ist eine Sicherungsform des Klettersports und zugleich eine Bezeichnung für einen bestimmten Begehungsstil mit dieser Sicherungsform. Das Toprope-Klettern ist die sicherste und am einfachsten zu lernende Art des Kletterns und Sicherns. Spielerisch und risikoarm können damit erste Erfahrungen mit der Höhe, den technischen Anforderungen und den persönlichen konditionellen Aspekten gesammelt werden, da der Kletternde nicht wirklich stürzen kann. Das dabei Gelernte bildet das Fundament für das spätere Erlernen des Vorstiegs.
Der Vorstieg bezeichnet im Bergsport das Vorangehen eines Kletterers in einer Kletterroute, eingebunden in ein Kletterseil. Das Seil dient zusammen mit den vom Vorsteiger gelegten Zwischensicherungen als Schutz gegen Absturz. Das Seil kann sowohl horizontal (bei Quergängen) oder vertikal zur sichernden Person auf dem Standplatz verlaufen. Es handelt sich um die (auch psychisch) anspruchsvollste gesicherte Begehung einer Kletterroute, da die Fallhöhe beim Sturz größer ist als bei allen anderen Sicherungstechniken. Der sichernde Kletterpartner muss den Vorsteiger daher ständig im Auge haben, um im Falle eines Sturzes das Seil sofort zu blockieren und Maßnahmen zu ergreifen.
Bouldern (engl. boulder - Felsblock) ist das Klettern ohne Seil und Klettergurt auf Absprunghöhe(1-2 Meter). Dabei unterscheidet man zwischen Indoor- und Outdoor-Bouldern. Seit den 1970er Jahren ist das Bouldern eine eigene Disziplin des Sportkletterns. Wesentliche Ausrüstungsteile beim Bouldern sind Kletterschuhe, Chalkbag und Bouldermatte, das so genannte Crashpad, mit dem Stürze aufgefangen werden.